Größere Umbauten, ein Redesign, eine heikle Migration: Manchmal soll die Website kurz „zu“ sein. Der Wartungsmodus erledigt das sauber — wenn er richtig gemacht ist: mit korrektem HTTP-Status für Suchmaschinen, einer klaren Botschaft für Besucher und weiter offenem Zugang für dich.
Der wichtigste Technik-Punkt: Status 503
Ein Wartungsmodus muss den HTTP-Status 503 Service Unavailable senden — das offizielle Signal für „vorübergehend nicht verfügbar, komm später wieder“. Google behält deine Seiten dann im Index. Eine Wartungsseite, die mit Status 200 ausgeliefert wird, ist dagegen SEO-Gift: Google indexiert „Wir sind gleich zurück“ als neuen Inhalt aller Seiten. Gute Plugins machen das automatisch richtig; bei Eigenbauten ist es der Punkt, an dem es hakt. (Hintergründe zum 503: 503 Service Unavailable.)
Weg 1: Plugin (empfohlen)
Plugins wie WP Maintenance Mode oder die Wartungsfunktion in SeedProd bieten alles Nötige:
- Plugin installieren, Wartungsseite gestalten (Logo, kurzer Text, ggf. Kontaktmöglichkeit).
- Prüfen, dass der Modus angemeldete Administratoren ausnimmt — du willst die Website ja weiter bearbeiten und testen.
- Aktivieren, im zweiten Browser (nicht angemeldet!) kontrollieren: Wartungsseite sichtbar? Status 503? (Im Browser-Netzwerk-Tab oder mit einem Header-Checker prüfbar.)
- Nach getaner Arbeit deaktivieren — und die Startseite einmal im Inkognito-Fenster gegenprüfen: Kein Cache darf die Wartungsseite weiter ausliefern.
Weg 2: Ohne Plugin (der Puristen-Weg)
Ein kleiner Codeblock in der functions.php (besser: im Child Theme) oder als Mini-Plugin:
add_action('template_redirect', function () {
if (current_user_can('manage_options') || strpos($_SERVER['REQUEST_URI'], 'wp-login') !== false) return;
status_header(503);
header('Retry-After: 3600');
wp_die('<h1>Wir bauen gerade um</h1><p>Diese Website ist in wenigen Stunden wieder erreichbar.</p>', 'Wartung', 503);
});
Der Retry-After-Header sagt Crawlern, wann sich der nächste Besuch lohnt. Admins und die Login-Seite bleiben ausgenommen — sonst sperrst du dich selbst aus.
Wartung vs. Coming Soon — nicht dasselbe
- Wartungsmodus (503): Bestehende Website, vorübergehend zu. Suchmaschinen sollen die Seiten behalten.
- Coming-Soon-Seite (200): Neue Website vor dem Start. Die Platzhalter-Seite darf indexiert werden — es gibt ja noch nichts zu verlieren, und die Domain sammelt erste Signale.
Die meisten Plugins bieten beide Modi — der Unterschied liegt genau im Status-Code.
Wann du gar keinen Wartungsmodus brauchst
Für normale Updates ist er überflüssig: WordPress aktiviert währenddessen selbst einen Sekunden-Wartungsmodus (die berühmte .maintenance-Datei — bleibt sie hängen, hilft dieser Artikel). Und für größere Umbauten ist die noch bessere Antwort eine Staging-Umgebung: umbauen in Kopie, testen, dann live schalten — die echte Website bleibt durchgehend erreichbar.
Bei Ammera Care ist das Ziel, dass Besucher von Wartung schlicht nichts merken: Updates laufen in verkehrsarmen Fenstern mit Backup und Funktionstest — und bei Shops achtet das Commerce-Modul darauf, dass nie mitten im Bestellbetrieb gewartet wird. Die Module ansehen.