Der Umzug lief scheinbar glatt — und dann: weiße Seiten, 404-Fehler auf allen Unterseiten, kaputte Bilder oder ein Login, der nicht mehr funktioniert. Migrationsfehler folgen einem Muster, und das ist eine gute Nachricht: Sie lassen sich mit einer festen Checkliste abarbeiten.
Die 6 klassischen Migrationsfehler
- Alte URLs in der Datenbank: Domain oder Protokoll haben sich geändert, aber in der Datenbank stehen noch zehntausende alte Verweise — in Inhalten, Widgets, Theme-Optionen. Ergebnis: kaputte Bilder, Mixed-Content-Warnungen, Weiterleitungen ins Leere.
Lösung: Suchen-und-Ersetzen über die gesamte Datenbank mit einem Werkzeug, das serialisierte Daten beherrscht — WP-CLI (wp search-replace 'https://alte-domain.de' 'https://neue-domain.de') oder das bewährte Script „Search Replace DB“. Niemals blind per SQL-Query ersetzen: Das zerstört serialisierte Einstellungen von Themes und Page Buildern. - 404 auf allen Unterseiten: Die Permalink-Struktur ist noch nicht am neuen Server angekommen. Einstellungen → Permalinks → Speichern schreibt die Regeln neu; bei Nginx muss der Hoster die Umschreibung konfiguriert haben. Details: Permalinks neu setzen.
- Datenbank-Verbindung fehlgeschlagen: Die
wp-config.phpträgt noch die Zugangsdaten des alten Servers. Name, Benutzer, Passwort und vor allemDB_HOSTan den neuen Server anpassen — der ist nicht überall „localhost“. Mehr dazu: Datenbankverbindung beheben. - Weiße Seite oder kritischer Fehler: Meist eine andere PHP-Version auf dem neuen Server. Aktiviere den Debug-Modus und lies die echte Fehlermeldung — häufig braucht ein altes Plugin ein Update oder die PHP-Version muss im Panel angepasst werden.
- Login-Probleme und Redirect-Schleifen:
siteurl/homezeigen noch auf die alte Adresse. In der wp-config.php festsetzen:define('WP_HOME', 'https://neue-domain.de');
define('WP_SITEURL', 'https://neue-domain.de'); - Fehlende Dateien: Unvollständiger Upload — typisch: der uploads-Ordner mit tausenden Bildern wurde nur teilweise übertragen. Vergleiche die Dateizahlen zwischen alt und neu (FTP-Client oder
find wp-content/uploads -type f | wc -lper SSH).
Die Prüf-Checkliste nach jedem Umzug
- Startseite, 3–4 Unterseiten, ein Blogartikel — laden sie mit Bildern?
- Login in den Adminbereich funktioniert?
- Kontaktformular abschicken — kommt die Mail an? (Der Mailversand hängt am Server: E-Mail kommt nicht an)
- Browser-Konsole (F12): keine Mixed-Content- oder 404-Meldungen?
- Bei Shops: Testbestellung durchspielen, Zahlungsarten prüfen.
- SSL-Zertifikat für die neue Umgebung aktiv und gültig?
- DNS: Ist die alte Server-IP wirklich überall raus (TTL abgelaufen)?
Der unterschätzte Punkt: Beide Seiten parallel
Während der DNS-Umstellung landen Besucher stunden- bis tagelang mal auf dem alten, mal auf dem neuen Server. Wer in dieser Phase Inhalte pflegt oder Bestellungen empfängt, verliert Daten auf einer der beiden Seiten. Deshalb: Migration in eine ruhige Zeit legen, auf dem alten System eine Bearbeitungssperre einplanen und die DNS-TTL vorher auf einen kleinen Wert (300 s) senken.
Ein Umzug ist der Moment mit dem höchsten Fehlerpotenzial im Lebenszyklus einer Website — und der Moment, in dem ein vollständiges Backup Gold wert ist. Bei Ammera Care sichern wir deine Website täglich extern; nach einem Umzug prüft unser Monitoring sofort, ob alles erreichbar ist und bleibt. Zu den Modulen.