Ob Memory-Exhausted-Fehler, scheiternde Updates oder hakende Bild-Uploads: Früher oder später führt der Weg zum PHP-Memory-Limit. Das Erhöhen ist simpel — wenn man weiß, an welcher von vier Stellschrauben der eigene Hoster tatsächlich hört.
Erst messen: Was ist aktuell gesetzt?
Unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht → Server zeigt WordPress das aktive PHP-Speicherlimit. Merke dir zwei Werte: das PHP-Limit (Obergrenze des Servers) und das WordPress-Limit (was WordPress sich davon nimmt). WordPress kann nie mehr bekommen, als PHP erlaubt — deshalb scheitern manche Erhöhungsversuche scheinbar grundlos.
Weg 1: wp-config.php (der WordPress-Weg)
Oberhalb von „That’s all, stop editing“:
define('WP_MEMORY_LIMIT', '256M');
define('WP_MAX_MEMORY_LIMIT', '512M');
WP_MEMORY_LIMIT gilt fürs Frontend, WP_MAX_MEMORY_LIMIT für den Adminbereich — Updates, Importe und Bildverarbeitung dürfen mehr. Das ist der erste Versuch, weil er update-sicher und hoster-unabhängig ist. Er wirkt aber nur bis zur PHP-Obergrenze.
Weg 2: php.ini / Hosting-Panel (der wirksamste)
Die PHP-Obergrenze selbst setzt du in der php.ini (bzw. .user.ini bei PHP-FPM):
memory_limit = 256M
Die meisten Hoster bieten das komfortabler im Panel an („PHP-Einstellungen“) — dort ist die Änderung auch garantiert am richtigen Ort. Nach Änderungen an einer .user.ini ein paar Minuten warten: PHP-FPM liest sie verzögert ein.
Weg 3: .htaccess (nur bei mod_php)
php_value memory_limit 256M
Achtung, verbreiteter Irrtum: Diese Zeile funktioniert nur, wenn PHP als Apache-Modul läuft — bei modernem PHP-FPM/FastCGI wird sie ignoriert oder wirft sogar einen 500-Fehler. Im Zweifel: Finger weg von diesem Weg und lieber Weg 2.
Weg 4: Der Hoster
Greift keiner der Wege, deckelt der Hoster das Limit auf Serverebene. Im Shared Hosting sind 128–256 MB üblich; mehr gibt es auf Anfrage oder im größeren Paket. Wenn dein Anliegen legitim ist (WooCommerce, Bildbearbeitung, Importe), ist das eine kurze Support-Anfrage.
Kontrolle: Ist der neue Wert aktiv?
Nach jeder Änderung unter Werkzeuge → Website-Zustand nachsehen, ob der Wert wirklich angekommen ist. Erst wenn dort 256M steht, hat sich etwas geändert — alles andere war Kosmetik an der falschen Stelle.
Welcher Wert ist richtig?
- 128 MB: genügt schlanken Websites, wird bei Page Buildern und Shops knapp.
- 256 MB: der vernünftige Standard für die meisten ernsthaften Websites, inklusive WooCommerce.
- 512 MB und mehr: für Import-/Export-Orgien und große Shops vertretbar — aber ab hier gilt: Wer dauerhaft so viel braucht, hat meist einen Speicherfresser im System. Die Suche danach lohnt: Memory Exhausted beheben.
Bedenke die Kehrseite: Das Limit gilt pro PHP-Prozess. Je höher es liegt, desto weniger gleichzeitige Besucher verkraftet derselbe Server. Ein moderates Limit plus sparsame Plugins schlägt ein hohes Limit als Dauerpflaster.
Bei Ammera Care gehört die saubere PHP-Konfiguration zum Onboarding: Limits, Versionen und Einstellungen werden geprüft und richtig gesetzt — damit Updates, Backups und der Alltagsbetrieb nie an einer zu knappen Schraube scheitern. Die Module ansehen.