Der Ablauf ist ein Klassiker: Website individuell angepasst, Monate später ein Theme-Update eingespielt — und alle Anpassungen sind weg. Denn ein Update ersetzt den kompletten Theme-Ordner. Die Lösung ist seit jeher dieselbe und dauert zehn Minuten: ein Child Theme.
Was ein Child Theme ist
Ein Child Theme ist ein Mini-Theme, das auf einem „Eltern-Theme“ aufsetzt: Es erbt dessen komplette Funktionalität und Optik, und alles, was du ändern willst, legst du im Child ab. WordPress nutzt dann deine Version — Updates des Eltern-Themes lassen deine Anpassungen unberührt.
Child Theme in 4 Schritten erstellen
- Ordner anlegen: per FTP in
/wp-content/themes/einen neuen Ordner, z. B.meintheme-child. - style.css erstellen — mit dem Pflicht-Header:
/*
Theme Name: MeinTheme Child
Template: meintheme
*/
Entscheidend ist die ZeileTemplate:— sie muss exakt dem Ordnernamen des Eltern-Themes entsprechen (Kleinschreibung beachten). - functions.php erstellen — sie lädt die Stylesheets in der richtigen Reihenfolge:
<?php
add_action('wp_enqueue_scripts', function () {
wp_enqueue_style('parent-style', get_template_directory_uri() . '/style.css');
wp_enqueue_style('child-style', get_stylesheet_uri(), ['parent-style']);
}); - Aktivieren: unter Design → Themes das Child Theme aktivieren. Die Website sieht exakt aus wie vorher — genau richtig. Ab jetzt gehören alle Anpassungen hierher.
Hinweis: Menüs, Widgets und Customizer-Einstellungen hängen teils am aktiven Theme und wollen nach dem Wechsel einmal kontrolliert werden.
Wie du im Child Theme arbeitest
- CSS: eigene Regeln in die style.css des Child — sie überschreiben das Eltern-Theme automatisch.
- PHP-Schnipsel: in die functions.php des Child. Wichtig: Die Child-functions.php ergänzt die des Eltern-Themes (beide laufen), sie ersetzt sie nicht. Fehler vermeiden hilft der Artikel Syntax Error beheben.
- Template-Dateien: Kopiere die zu ändernde Datei (z. B.
header.php) vom Eltern- ins Child Theme und passe die Kopie an — WordPress nimmt automatisch die Child-Version. Aber sparsam einsetzen: Jede kopierte Datei friert den Stand des Eltern-Themes ein und will nach großen Theme-Updates abgeglichen werden. - Hooks statt Kopien: Wo möglich, arbeite mit den Actions und Filtern des Themes statt mit Datei-Kopien — das bleibt update-stabil.
Wann du (k)ein Child Theme brauchst
- Nur CSS-Feinschliff? Der Customizer (Design → Customizer → Zusätzliches CSS) ist update-sicher und reicht für kleine Korrekturen.
- PHP-Anpassungen, Template-Änderungen, eigene Funktionen? Child Theme, ohne Ausnahme.
- Page-Builder-Websites (Elementor, Divi & Co.): Layouts leben in der Datenbank und überstehen Updates — für Code-Schnipsel und CSS bleibt das Child Theme trotzdem der richtige Ort.
Der Testlauf danach
Nach der Aktivierung: einmal durchklicken (Startseite, Unterseiten, Formulare) und ein anstehendes Update des Eltern-Themes einspielen — jetzt gefahrlos. Genau dieser Moment ist der Beweis, dass sich die zehn Minuten gelohnt haben.
Bei Ammera Care laufen Theme-Updates automatisch mit Pflicht-Backup und Funktionstest — und wenn wir bei der Betreuung direkte Theme-Anpassungen ohne Child Theme vorfinden, ist deren saubere Umbettung eine der ersten Empfehlungen. Zum Core-Modul.