Backup-Plugins gibt es viele — und die meisten Vergleiche im Netz zählen nur Feature-Listen ab. Wir vergleichen anders: an den vier Kriterien, die im Ernstfall über Rettung oder Totalverlust entscheiden. Vorab die Grundlagen, falls noch nicht gelesen: WordPress-Backup erstellen — die Strategie.
Die vier Kriterien, an denen jedes Backup-Plugin gemessen wird
- Externe Ziele: Kann das Plugin automatisch auf fremde Speicher sichern (S3-kompatibel, Cloud-Speicher, SFTP)? Ein Backup auf dem eigenen Server ist keine Versicherung.
- Zeitpläne in der kostenlosen Version: Backups, die man manuell anstoßen muss, existieren nach drei Wochen nicht mehr.
- Wiederherstellung: Wie kommt die Website zurück — per Klick aus dem Backend, oder nur mit Handarbeit und Fachwissen? Und funktioniert das auch, wenn das Backend selbst nicht mehr lädt?
- Verhalten bei großen Websites: Viele Plugins schwächeln, wenn die Website mehrere Gigabyte erreicht — Zeitüberschreitungen, geteilte Archive, abgebrochene Läufe.
Die Kandidaten im Einzelnen
UpdraftPlus — der Allrounder-Standard
Stärken: Der meistverbreitete Ansatz mit gutem Grund: Schon die kostenlose Version kann zeitgesteuerte Backups auf externe Ziele (u. a. Google Drive, Dropbox, S3-kompatible Speicher) und stellt aus dem Backend wieder her — Dateien und Datenbank getrennt wählbar. Die riesige Verbreitung heißt auch: Zu fast jedem Problem existiert eine dokumentierte Lösung.
Schwächen: Die Oberfläche ist über die Jahre unübersichtlich gewachsen, und einige im Alltag nützliche Funktionen (u. a. inkrementelle Sicherungen, Klonen/Migration) stecken in der Bezahlversion. Bei sehr großen Websites können einzelne Läufe je nach Hosting an Grenzen stoßen.
Passt für: die meisten Websites, die eine solide, kostenlose Dauerlösung mit externen Zielen suchen.
WPvivid — der großzügige Herausforderer
Stärken: Auffällig viel Substanz in der kostenlosen Version: Zeitpläne, externe Cloud-Ziele und Migration in einem Werkzeug, dazu eine aufgeräumte Oberfläche.
Schwächen: Kleinere Verbreitung als der Platzhirsch — weniger Community-Wissen, wenn etwas klemmt. Feinheiten wie inkrementelle Sicherung oder Staging liegen in der Bezahlversion.
Passt für: Preisbewusste, die Backup und Migration aus einer Hand wollen und auf modernes Bediengefühl Wert legen.
Duplicator — der Umzugsspezialist
Stärken: Sein Archiv-plus-Installer-Prinzip ist für Umzüge und Klone hervorragend — die Website wird als Paket verschnürt und auf dem Ziel sauber wieder aufgebaut (so auch in unserer Umzugs-Anleitung erwähnt).
Schwächen: Als Dauer-Backup-Lösung ist die kostenlose Version schwach aufgestellt: Zeitpläne und Cloud-Ziele gehören zur Bezahlversion, und bei großen Websites braucht das Paketieren Geduld oder Feintuning.
Passt für: Umzüge, Klone, Vorlagen-Websites — als Ergänzung, nicht als einzige Sicherung.
BackWPup — der Zeitplan-Klassiker
Stärken: Flexible Backup-„Jobs“ mit Zeitplänen und vielen Zielen (u. a. S3-kompatibel, FTP, Dropbox) schon kostenlos — seit Jahren ein verlässlicher Arbeiter im Hintergrund.
Schwächen: Die Wiederherstellung war historisch der wunde Punkt: Sie erforderte lange Handarbeit bzw. die Bezahlversion. Wer BackWPup nutzt, sollte den Rückweg einmal komplett durchgespielt haben, bevor er ihn braucht.
Passt für: Nutzer, die primär zuverlässige automatische Sicherungen wollen und sich den Restore-Weg einmal bewusst erarbeitet haben.
All-in-One WP Migration — mit Vorsicht zu genießen
Stärken: Kaum ein Werkzeug macht den einfachen Website-Export so idiotensicher — eine Datei, ein Import, fertig. Für kleine Umzüge charmant.
Schwächen: Als Backup-Strategie ungeeignet: keine echten Zeitplan-Sicherungen auf externe Ziele in der kostenlosen Fassung, und der Import ist ohne Zusatzkäufe in der Dateigröße begrenzt — was viele erst beim Wiederherstellen merken, also im schlechtestmöglichen Moment.
Passt für: den schnellen Einmal-Umzug kleiner Websites. Nicht mehr.
Unsere Empfehlungslinie
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Solide Dauerlösung, kostenlos, extern | UpdraftPlus oder WPvivid — beide erfüllen die vier Kriterien in der Gratis-Version |
| Website-Umzug oder Klon | Duplicator (dafür gebaut) — Ablauf in der Umzugs-Anleitung |
| Bestehende BackWPup-Jobs | Weiterlaufen lassen — aber die Wiederherstellung einmal komplett proben |
| WooCommerce-Shop | Plugin-Backups reichen nicht: mehrmals tägliche DB-Sicherung nötig — siehe WooCommerce-Wartung |
Was kein Plugin für dich erledigt
Drei Dinge bleiben bei jeder Plugin-Wahl deine Aufgabe: prüfen, dass die Läufe wirklich durchlaufen (fehlgeschlagene Backups fallen sonst erst im Ernstfall auf), die Wiederherstellung einmal testen und die Aufbewahrung sinnvoll einstellen (mehrere Stände, nicht nur der letzte — Malware fällt oft erst nach Tagen auf, siehe gehackt — was tun).
So machen wir es bei Ammera
Transparenz wie immer — dieser Vergleich enthält bewusst keine Verkaufslinks. Bei Ammera Care läuft die Sicherung nicht über ein Backend-Plugin, sondern über unsere Wartungsplattform: täglich auf externe Server in Deutschland, mit Tages-, Wochen- und Monatsständen, Pflicht-Backup vor jedem Update — und die Wiederherstellung ist ein erprobter Handgriff, den wir regelmäßig üben, nicht du. Zu den Modulen oder direkt zum kostenlosen Website-Check.