Es gibt zwei Sorten von Website-Betreibern: die mit funktionierenden Backups — und die, die es nach dem ersten Datenverlust werden. Ein Hack, ein fehlgeschlagenes Update, ein Bedienfehler, ein Serverausfall beim Hoster: Das Backup ist die einzige Versicherung, die alle diese Fälle abdeckt. Aber nur, wenn es richtig gemacht ist.
Was gesichert werden muss
Eine WordPress-Website besteht aus zwei Hälften — beide sind Pflicht:
- Dateien: Themes, Plugins, Uploads (
/wp-content/) sowiewp-config.phpund.htaccess. Core-Dateien sind ersetzbar, deine Inhalte nicht. - Datenbank: Alle Texte, Seiten, Bestellungen, Einstellungen, Benutzer. Ohne Datenbank sind die schönsten Dateien wertlos.
Die drei Regeln, die Backups vom Placebo unterscheiden
- Extern speichern. Ein Backup auf demselben Server stirbt mit dem Server — bei Hardware-Defekt, Hack (Angreifer löschen Backups gezielt!) oder Hoster-Insolvenz. Ziel: anderer Anbieter, anderes Rechenzentrum — S3-Speicher, externe Cloud, notfalls regelmäßiger Download.
- Automatisch laufen lassen. Manuelle Backups enden immer gleich: Das letzte ist vier Monate alt. Tägliche Datenbank-Sicherung, mindestens wöchentliche Datei-Sicherung — bei Shops täglich beides plus zusätzliche DB-Snapshots tagsüber.
- Wiederherstellung testen. Ein Backup, dessen Restore nie geprobt wurde, ist eine Hoffnung, kein Backup. Mindestens einmal die Wiederherstellung auf einer Testumgebung durchspielen — spätestens dabei zeigen sich kaputte Archive und vergessene Bestandteile.
Weg 1: Backup-Plugin (der praktikable Standard)
Bewährte Plugins wie UpdraftPlus, Duplicator oder BackWPup sichern Dateien und Datenbank zeitgesteuert und laden zu externen Speichern hoch:
- Plugin installieren, Zeitplan setzen (DB täglich, Dateien wöchentlich).
- Externes Ziel verbinden — S3, Google Drive, Dropbox, (S)FTP. Der Schritt, der aus einem Pseudo-Backup ein echtes macht.
- Aufbewahrung einstellen: z. B. 7 Tagesstände, 4 Wochenstände. Ein einziger rotierender Stand ist zu wenig — Malware fällt oft erst nach Tagen auf, dann ist der saubere Stand schon überschrieben.
- Testlauf starten und das Archiv einmal probeweise herunterladen.
Weg 2: Manuell (gut fürs Verständnis, schlecht als Dauerlösung)
- Dateien: per FTP das komplette WordPress-Verzeichnis herunterladen — oder per SSH:
tar -czf backup-dateien.tar.gz . - Datenbank: in phpMyAdmin die Datenbank auswählen → Exportieren → SQL. Oder per SSH:
mysqldump -u BENUTZER -p DATENBANK > backup-db.sql - Beides zusammen, mit Datum benannt, an einem externen Ort ablegen.
Sinnvoll vor riskanten Eingriffen (Migration, PHP-Wechsel, große Updates) — als Dauerstrategie scheitert es an Regel 2.
Hoster-Backups: nützlich, aber nicht deine Versicherung
Viele Hoster sichern täglich — gut als zusätzliche Ebene. Aber: Aufbewahrung oft kurz (7–14 Tage), Wiederherstellung teils nur komplett statt gezielt, und im schlimmsten Fall (Hoster-Problem) liegt genau dort auch dein Backup. Die Verantwortung bleibt bei dir.
Bei Ammera Care ist das komplette System eingebaut: tägliche Backups auf externe Server, Aufbewahrung mit Tages-, Wochen- und Monatsständen, Pflicht-Backup vor jedem Update — und die Wiederherstellung ist ein erprobter Klick, kein Abenteuer. Zum Core-Modul.